Kreta 2012

Montag, 07.05.2012, 02:55: „Ich wart seit Wochen auf diesen Tag…“ Der Tag hätte für mich nicht besser beginnen können, als mit diesem großartigen Lied der Toten Hosen. Natürlich hören wir NDR2, denn Radio Hamburg ist die Vielfalt in den letzten Monaten abhanden gekommen. Wir sind auf dem Weg zum Hamburger Flughafen. Dort startet um 06:00 Uhr unser Flieger nach Heraklion. Kann es eine bessere Uhrzeit geben, um in aller Herrgottsfrühe zum Flughafen zu fahren? Ich finde nicht. Und so kommen wir bald an. Check-In und Sicherheitskontrollen verliefen ohne Probleme. Nun, das muss nicht so sein. Von Stiefel ausziehen bis Umpacken der Koffer lässt sich hier viel erleben…
Und so kommen wir schnell am Gate 05 an, wo die Fox-Mike, die HaribAir-Maschine verlassen in der Dunkelheit wartet. Meine Hoffnung auf eine überschaubare Menschenmenge an Bord verflüchtigt sich langsam aber stetig. Der Flieger ist bis auf den letzten Platz ausgebucht gewesen. Doch das hinderte die absolut freundliche Crew nicht, den Flug sehr entspannend zu gestalten. Ich kann jetzt nur von deutschen Ferienfliegern sprechen, aber hier sehe ich TUIfly vom Service wirklich weit vorne. Insbesondere im Vergleich mit airberlin. Abzug gibts nur für die, zum Teil „alten“, Flieger mit enger Bestuhlung.

Verregnetes Vorfeld


Im Regen fliegen wir in Hamburg ab. Aufgrund von Bauarbeiten auf der Line1, nehmen wir „the long way around“ über die die Line3 zur Runway 33. Mit einem Rolling-Take-Off donnern wir über die 3666m lange Bahn. Schöner Nebeneffekt: Die Regentropfen verschwinden von der Scheibe.

Take-Off

Drei Stunden zwanzig waren wir in der Luft. Das Essen wurde von den LSG Skychefs geliefert – ein „Early Morning Snack“. Liebend gerne hätte ich auch die Bezeichnungen für den gleichen Snack gehört, die sonst noch über den ganzen Tag verwendet werden. Aber die Hauptsache ist doch, dass das Käse-Baguette geschmeckt hat. Dazu habe ich als junger (aber so gut wie ausgewachsener) Reisender sogar auf Nachfrage ein Zweites bekommen. Immerhin galt es noch, die Zeit bis zum Hotel zu überbrücken. Und so kann ich sagen, dass ich mich trotz der Enge wirklich wohl an Board gefühlt habe. Nun ja, es wurden die gleichen Mr. Bean Sketche wie vor zwei Jahren gezeigt, aber was solls…

Geflogen wurde übrigens über Tschechien und mehrere Balkan-Staaten, entlang an Thessaloniki und Athen. Und Wolken.

Cold Wing

Im Sinkflug wird der Flieger dann dezent mit den Spoilern (oder sinds die Speedbrakes?) herunter gedrillt. Über die Meldung, wir seien schließlich im Endanflug war ich dann doch ein bisschen verwirrt. Kurz darauf näherten wir uns aber merklich dem Boden, nur lässt sich die Höhe über dem Wasser schlecht einschätzen. Dafür bekamen wir bereits einen tollen Blick auf die Gebirgszüge Kretas, die zum Teil noch mit Schnee bedeckt waren. Nach einer weichen Landung, waren aber spätestens beim Bremsen wieder alle wach.

Final Approach

Spoilers deployed

Minoan Air Fokker 50

Es ist 10:20, der Flughafen befand sich noch in Deutsch-Französischer bzw. Schweizer Hand. Erstaunlich war dabei, dass uns die Besatzung aufforderte, ruhig ein paar Bilder von unserem bunten Vogel zu machen. Einfach mal so auf dem Apron fotografieren, das geht nicht überall!

HaribAir

Apron Heraklion

Ohne mich nun fachmännisch zur Krise in Griechenland äußern zu können, so kam mir schließlich bei der Abfahrt mit dem Bus ins Hotel der Gedanke: „Wenn die hier so gewirtschaftet haben, wie sie fahren, dann ist es wirklich kein Wunder…“ Selbst auf Mallorca gibbet nicht so viele Busse, oder die Spanier haben dort einfach mehr Platz. Der Busparkplatz scheint nämlich in Heraklion aus allen Nähten zu platzen. Da natürlich alle Busse auch gleichzeitig losfahren, lässt sich das Szenario für Euch am einfachsten so beschreiben: Man nehme eine Kreuzung mit möglichst vielen Straßen und schaltet alle Ampeln auf einmal auf grün… Zur Ehrenrettung der Griechen muss ich aber auch sagen, dass wir letzten Endes ganz gut rausgekommen sind. Vielleicht auch, weil wir nur in eine kleinen Bus saßen? Man weiß es nicht. Was nun folgte, war ein schöner Urlaub, auf einer landschaftlich schönen Insel, in einem tollen Hotel mit leckerem Essen und bei herrlichem Wetter. Mit dezenter Platzierung im 8-10nm Final der Hauptlandebahn 27. Vornehmlich deutsche, französische und britische Flieger kamen vorbei. Aber auch die Russen waren mit von der Partie, Transaero kam u.a. mit Tu-214.

Sonnenuntergang Kreta

Pool

Strand

Kapelle

Mighty Sun

Sonnenuntergang auf Kreta

Nach insgesamt elf Tagen, brach der Tag der Abreise an. Ursprünglich hätten wir mit airberlin direkt nach Hamburg zurückfliegen sollen. Allerdings wurden wir eine halbe Woche vor Beginn der Reise umgebucht. Der Flug fiel aus und wir durften über Düsseldorf zurückfliegen. Ich fands klasse! Doch das Abenteuer beginnt bereits beim Check-In. Denn in Heraklion wird das Gepäck beim Check-In nur gewogen. Man muss sich dann (möglichst schnell) an den langen Schlangen für die Durchleuchtung, also diese X-Ray-Dinger, anstellen. Dort hat dann eine militärisch und durchtrainiert aussehende Frau das Sagen, die offensichtlich lieber durch das Gelände robben würde, als diesen lahmarschigen Touris jedes Mal verklickern zu müssen, wann sie ihr Gepäck aufs Laufband stellen dürfen. Doch auch die Ansagen im Terminal klingen eher wie aus einem Maschinengewehr… Unser Flugzeug für den Flug nach Düsseldorf war schließlich die D-ABCH, eine A321-200 der airberlin mit diesen drolligen Zacken an den Triebwerken. Bereits im vergangen Herbst habe ich diesen Flieger in Hamburg aufgenommen.

Das Wetter sollte nicht unbedingt besser werden...

Escaping the thunder

Wie auch alle anderen Gates in LGIR, so lautet der ICAO-Code von Heraklion, war unser Gate 5 ein Busgate. Auf der Gangway zum hinteren Eingang des Fliegers wehte mir eine ganz schon steife Brise entgegen. Diese machte sich beim Startlauf in einem leichten Schlingern bemerkbar. Die Hauptstadt Kretas, Heraklion, ist nun wirklich nicht sehenswert. Allenfalls aus der Luft…

Heraklion

Flug nach Düsseldorf

Schneebedeckte Berge

So richtig nett war es aber an Board nicht. Gut, der A321 war schick, recht neu und der Sitzabstand ganz angenehm, aber die Cabincrew…nunja. Zudem bestand 70% des Bordprogramms aus airberlin-Werbung, den Rest nahm eine schlechte amerikanische Sitcom in Anspruch. Ich hasse amerikanische Sitcoms.

Final Approach

Das Beste war einfach die Landung auf der 23L in Düsseldorf. Also sowas von sanft…nee, wat herrlich!

Spoilers deployed

Die Begrüßung im Cockpit erfolgte sogar mit Handschlag…vorne waren sie wirklich freundlich.

A321 Cockpit

A321 D-ABCH

Etwa eine Stunde hatten wir in Düsseldorf Aufenthalt, dann ging es weiter nach Hamburg mit der Fox-Golf von TUIfly, welche ja nun für airberlin fliegt. Aufgrund eines Buchungsfehlers sollte ich aber auf diesem Flug nicht am Fenster sitzen. Darauf machte mich ein älterer Mann barsch aufmerksam. Tja, schade. Allerdings warteten wir insgesamt noch eine halbe Stunde auf die Paxe aus Santa Cruz, die auch nach Hamburg weiterfliegen sollten. Was folgte war: klar Taxi, Take-Off und Climb. Mir fiel dann auf, dass die letzte linke Reihe frei war. Auf meine zaghafte Frage, ob ich mich vielleicht auch dorthin setzen könnte, kam eine positive Antwort seitens der jungen und ganz reizenden Flugbegleiterin. Man merkte, dass man sich in der Obhut von TUIfly befand. Nur wollte ich ja nicht noch so kurz vor Ende als „Unruly Passenger“ beim Aviation Herald eingehen. Hier hatte ich auf FL180 einen schönen Blick auf die Wolkenformationen.

Inflight Map

Über den Wolken...

Trotz der kurzen Flugdauer, wurden wir mit einem Getränk und Keksen bzw. Chips beglückt. Schon erstaunlich, wie hurtig das alles gehen muss, denn kaum ist der Flieger im Cruise, gehts quasi auch schon wieder runter.

Elbinseln von oben

Approaching Hamburg

Der eigene Schatten

Aber eins muss ich ja feststellen. Man kann ja sagen was man will, aber bei uns im Norden ist es einfach schön! Diese Felder, dieses Vegetation. Großartig! Besonders natürlich, wenn man übers Alte Land fliegt und im großen Bogen an Hamburg vorbeifliegt, um auf die 15 einzudrehen. Ne, wat war dat schön!

IMG_4128

Dafür war die Landung eher hart. Das hat mich nun jetzt nicht gestört, aber ich muss es fairerweise erwähnen.

Tätä! Da hab ich sie wieder erwischt! Neben Schaulustigen tummeln sich hier am Coffee-to-Fly auch wieder die Freunde der gepflegten Gegenlicht-Fotografie! Naja, den Besitzer wirds freuen. Er hat vor kurzem seinen Imbiss-Behausung ganz nett ausgebaut.

Coffee-To-Fly

Back home

Nachdem wir die Bahn über Delta verließen, gings wieder über einen Umweg zum Gate, welches (naturgemäß) am Ende der Pier liegen musste. Nummer 39! Mensch, Mensch, Mensch…tut das denn Not? Der Flughafen schien ja primär weniger stark ausgelastet zu sein...

737 Cockpit

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