EDDK 17.04.2016 - Ein Königreich für eine Boeing 727

Vielen ist es bestimmt schon aufgefallen, nun verkünde ich es nochmal offiziell: Ja, ich bin ein Schönwetter-Spotter. Eine trotzige Spotterweisheit besagt zwar, dass es bei gutem Wetter jeder hinbekäme, aber das juckt mich nicht weiter. Ohne Sonnenschein ist es doch einfach nur halb so schön. Ich überlege mir daher oft dreimal, ob ich wirklich zum Flughafen fahren sollte oder mir nicht das Wetter vielleicht/unter Umständen/wahrscheinlich einen Strich durch die Rechnung machen könnte. Und dennoch gibt es Anlässe, die mich sämtliche Prinzipien über den Haufen werfen lassen. Denn nachdem mir 2015 die Air Greenland A330 in Hamburg durch die Lappen ging, weil mir die Wettervorhersage zu wolkig war (zu Unrecht!), habe ich mir geschworen, dass so etwas nicht nochmal passieren darf.
Nun gab es wieder so einen Fall, bei dem ich nicht lange überlegen musste, ob ich die Reise zum Flughafen auf mich nehmen würde. Denn Peter Nygård hatte sich mit seiner Boeing 727 angekündigt und bislang konnte ich kein Foto des eleganten Dreistrahlers in meiner Sammlung verbuchen.

Scheinbar gilt jedoch auch für Millionäre wie Peter Nygård der Grundsatz: "Je später der Abend, desto schöner die Gäste." Die Ankunft verzögerte sich nämlich stetig nach hinten. Also fangen wir erst einmal mit dem Beifang des Tages an, der bisweilen auch ganz interessant war. Noch ohne Sonnenschein präsentierte sich die A320 von Air Arabia.

Air Arabia - A320 - CN-NMH (1)

Nachdem meine Versuche scheiterten, in Bergen eine erste Wizzair-Maschine dingfest zu machen, präsentierten sich nun gleich drei pink-lilafarbene Jets. Da war zum einen die HA-LYU.

Wizzair - A320 - HA-LYU (1)

Noch viel mehr habe ich mich allerdings über diese kleine Dornier 328 JET (D-BGAS) der DC Aviation gefreut.

DC Aviation - D328 - D-BGAS (1)

Bei dieser Jakowlew Jak-40 (OM-BYL) der slowakischen Regierung reichte es leider nur für einen Notschuss. Aber meinen ersten Dreistrahler des Tages kann ich hier nicht auslassen.

Slovenska Republika - YK40 - OM-BYL (1)

Spätestens zur Pegasus 737 (TS-ASP) wurden die Wolkenlücken größer und auch die Terrasse wurde stetig voller. Eine Boeing 727 wollte sich kaum ein Spotter entgehen lassen.

Pegasus - B738 - TC-ASP (1)

Bis dahin setzte sich allerdings nur der Standardtraffic in Szene (Condor D-ABOM und Air Berlin D-ABKJ).

Condor - B753 - D-ABOM (2)

Air Berlin - B738 - D-ABKJ (2)

Für meinen ersten A319 (15+02) der Luftwaffe ist das Foto dann noch ganz akzeptabel geworden. Letztlich war es natürlich schade, dass die 32R und die Querwindbahn in Betrieb waren. Bei 14L An- und Abflügen hätte sich manches doch etwas näher vor der Terrasse präsentiert.

Luftwaffe - A319 - 15+02 (1)

Die HA-LWG trägt bereits die neue Wizzair-Lackierung.

Wizzair - A320 - HA-LWG (1)

Mehr als ein Foto "mit Perspektive" war bei der russischen Pobeda (VQ-BTE) nicht drin. Aber man muss ja auch noch Anreize haben, mal wieder zum Flughafen Köln-Bonn zu fahren...

Pobeda - B738 - VQ-BTE (1)

Wie gerne hätte ich mal so eine Boeing 767-200F der Starair vor der Linse. Leider sind sie tagsüber sehr scheu.

Ramp Overview CGN

Die AB-737-Dichte ist in Köln noch recht hoch. Aber nicht für jede Mühle war noch die komplette Lackierung drin.

Air Berlin - B738 - D-ABBD (1)

Andererseits betrieb Air Berlin bereits Mitte April keine B737 mehr; die letzten Jets warteten bereits am Münchner Flughafen auf einen neuen Betreiber. Stattdessen fliegt TUIfly noch verschiedene Bobbies im roten Farbkleid. Darauf weist auch der kleine Sticker unter den Cockpitfenstern hin. Weil die Wolken sich so schön aufgebauscht hatten, soll die D-ABKN nicht fehlen.

Air Berlin - B738 - D-ABKN (1)

Bei Avantiair kann man nicht ernsthaft von einer "Lackierung" sprechen. Dennoch war es schön, dass das A320/B737-Monopol ein wenig aufgebrochen wurde.

Avantiair - F100 - D-AOLG (1)

Die erwartete Boeing 727 hatte sich am späten Nachmittag dann doch noch auf den Weg nach Köln gemacht - leider verhielt es sich mit den Wolken ähnlich. Zuvor landete jedoch diese A300B4-200F.

Egyptair Cargo - A302 - SU-GAC (1)

Schließlich erfasste uns Spotter auf der Terrasse leichte Aufregung: Die Sieben-Zwo-Sieben war im Anflug. Während sie dort noch die letzten Sonnenstrahlen abbekam, lag der Flughafen nach dem sonnigen Nachmittag leider komplett im Schatten. Denn genauso wenig, wie die Maschine in Düsseldorf landete (wie noch den Tag zuvor geplant), erreichte sie Köln-Bonn zur geplanten Uhrzeit. Aber bei so einer eleganten Mühle von 1970 muss man Nachsicht walten lassen. Andererseits wurden im Laufe der Jahre einige Änderungen vorgenommen. Heute ist die Boeing 727-17 RE(W) nicht nur mit Winglets ausgestattet, was manch einer für einen Stilbruch hält, sie erhielt auch neue Triebwerke. 

Damit handelt es sich nicht um eine normale 727, sondern um eine "Super727". Die moderneren Pratt and Whitney JT8D-Triebwerke sind leiser und sparsamer im Verbrauch. Für die audiophilen Flugzeugliebhaber bedeutet das, dass es eher nach McDonnell-Douglas MD80 klang, als nach einer B727. Damit ist die Super 727 auch Stage III klassifiziert. Einen jungen Spotter neben mir hat das dennoch nicht davon abgehalten, den (in meinen Ohren nicht vorhandenen/beeindruckenden) Sound der "guten, alten 727" zu loben, als die VP-BPZ von der Landebahn rollte. Zumindest konnte ich damit den Begriff vom Planespotter-Bullshit-Bingo abhaken...

Peter Nygard - B721 - VP-BPZ (1.2)

Danach wurde es auf der Besucherterrasse schlagartig leer und auch ich machte mich auf den Rückweg. Ein wenig schade ist es schon, dass die B727 aufgrund der Verspätung kein Licht mehr bekam. Andererseits hat so eine Kiste natürlich einen großen Eventfaktor und ich freue mich, dass ich diesen Typ samt dieser hübschen Lackierung überhaupt einmal vor die Linse bekam.

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