EDDH 04.08.2016 - Mit Germanwings in die Hansestadt

"Na Leute! Sagt mal, kennt Ihr das: Wenn man was macht und während man das macht, denkt man schon, 'oh, das macht man aber nicht'?" So ähnlich wie Johann König das schlechte Gewissen plagt, wenn er im Porsche zum Bio-Supermarkt fährt, hatte ich Zweifel an der Rechtmäßigkeit eines Fluges von Köln-Bonn nach Hamburg. Immerhin hat man samt An- und Abreise zum Airport sowie der Wartezeit vor Abflug keine Zeitersparnis auf dieser Strecke. Unter fünf Stunden komme ich nicht in den Norden.

Und überhaupt: Der Klimawandel ist in vollem Gange und die Bahn hätte mich immerhin mit "100 Prozent Ökostrom" ans Ziel gebracht. Aber da ich vorher noch nie in der Obhut des Lufthansa-Konzerns war und die Bahn stolze 75 Cent teurer war, nutzte ich ein Eurowings-Angebot und flog "ohne alles" für 33 Euro nach Hause. Auch wenn die Buchungskategorien transparent aufgedröselt waren, erfasste mich doch eine gewisse Neugier vor meinem ersten echten Flug ohne irgendwelche Extras. Aus Sorge keinen Fensterplatz zu bekommen, checkte ich exakt 72 Stunden vor Abflug ein, was mir tatsächlich die Security No. 001 einbrachte. Am Ende hatte ich nicht nur einen guten Fensterplatz, sondern sogar eine ganze Reihe im Heck für mich. Insgesamt war der Airbus A320 nicht voll ausgebucht, sodass ich froh war, die Ökobilanz mit meiner Anwesenheit etwas aufzubessern...

Eurowings - A332 - D-AXGB (1)

Ich hatte Anfang August eigentlich mit einer schönen Aussicht über Deutschland gerechnet. Leider war das Wetter alles andere als pralle, sodass ich nur zwei Bilder vom Flug habe. Denn zu meiner Landung auf der 23 in Hamburg war es ähnlich trist, wie nach dem Abflug von der Kölner 14L. Dafür war ich vom Flug positiv überrascht. Die über 25 Jahre alte D-AIPZ flog mit mir einen ihrer letzten GWI-Einsätze, bevor sie zurück zur Konzernmutter überführt wurde. Doch im Inneren wirkte sie sehr gepflegt. Wenn ich da an die zerkratzten Fenster und flexiblen Kabinenverkleidungen von halb so alten 737NG und ATRs denke, gab es hier nichts zu beanstanden.


Sogar aus dem Cockpit gab es eine schmissige Begrüßung vor dem Flug. Aber die Piloten hatten Zeit, denn wir warteten noch auf einen Umsteiger aus Punta Cana. Während sie also ihre Sorge äußerten, dass der Passagier irgendwo im Terminal eingeschlafen sei, wurde vorsichtshalber schon dessen Gepäck ausgeladen. Irgendwann fand der verloren geglaubte Urlauber dann doch noch den Flieger und wir konnten die Leinen los lassen. Und was war der Dank? Im Landeanflug auf Hamburg ignorierte er die Bitte der Flugbegleiterin, die Sonnenblende hoch zu schieben. Nach einer kurzen Diskussion, und dem Angebot, sich doch auf die andere Seite zu setzen, war dann Ruhe. 


Andere Passagiere waren da wesentlich genügsamer, ja nahezu enthusiastisch. Denn nach etwa 20 Minuten auf FL300 und 500 Knoten Groundspeed ging es hinter Hannover schon wieder in den Sinkflug. Und wie ich, war das kleine Mädchen, das mit ihrer Mutter ein paar Reihen hinter mir saß, so schwer entzückt vom nicht vorhandenen Ausblick, sodass sie erst mal Helene Fischers "Atemlos" anstimmte. Die Kinder heutzutage...wir haben in dem Alter noch dem "singenden und springenden Känguru" gelauscht. Aber gut, wir waren auch nicht tonig in hellblau und türkis angezogen und trugen kein Diadem im Haar...

IMG_1827

Germanwings - A320 - D-AIPZ (1)

Nach 45 Minuten war der ganze Spaß schon wieder vorbei. Da ich aber noch etwas Zeit hatte, wagte ich mich nach oben ins "Aquarium", wo ich mich dem konzeptlosen Geknipse hingab. Das war gar nicht mal so unergiebig, denn die EP-IBK hatte ich bislang noch nicht mit dem weißen Bauch bekommen. Zugleich zeigte sich die Sonne für ein paar Minuten.

Iran Air - A313 - EP-IBK (2)

Meine D-AIPZ

Germanwings - A320 - D-AIPZ (2)

Der A320neo (hier die D-AINB) sieht mit den großen Triebwerken immer noch ungewohnt für mich aus.

Lufthansa - A320 - D-AINB (3)

Die EI-FJN trug auch nach knapp drei Monaten im Dienst noch keine Persönlichkeit auf dem Leitwerk.

Norwegian - B738 - EI-FJN (1)

Selten geht es so geschäftig auf unserem Vorfeld zu. Doch im Zuge der Erneuerung des Vorfelds, müssen alle etwas enger zusammenrücken. Darüber, dass nun alle Positionen und Rollwege umbenannt wurden, bin ich aber immer noch nicht hinweggekommen...

Highlife at Hamburg Airport

So viel von meiner kleinen Luftreise nach Hamburg. Auf dem Rückweg war die Bahn dann leider wieder preislich attraktiver. Und mal ehrlich: Von so viel Platz, wie man in der 2. Klasse im ICE hat, kann man in der Economy nur träumen...

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