EDDL 15.10.2017 - Goodbye, Air Berlin!

Mit großer Verspätung widme ich mich nun meinem Ausflug nach Düsseldorf im vergangenen Oktober. Zwar habe ich seitdem zigtausend Zeilen geschrieben, doch meine Aufmerksamkeit galt vornehmlich den Arrangements von Mensabesuchen und meiner Masterarbeit. Bevor diese Fotos jedoch in der schnelllebigen Luftfahrtbranche historischen Wert erlangen, will ich sie nun veröffentlichen.

Es war ein sonniger Herbsttag im Oktober, das Licht präsentierte sich von seiner besten Seite und im Flugplan waren verschiedene bunte Vertreter von Air Malta, Azur Air und TUI fly vermerkt, die ich gerne inventarisieren wollte. Den Auftakt machten hingegen zwei Pleitegeier und während bei Air Berlin wenig später die Pforten geschlossen wurden, fliegt Alitalia auch noch in 2018. Eine Art "Steh-auf-Männchen", denn bei den ganzen Pleite-Meldungen hätte ich den italienischen Flagcarrier schon seit Jahren nicht mehr in der Luft vermutet.

Air Berlin - A320 - D-ABNM (1)

TC-ONJ

Onur Air - A321 - TC-ONJ (2)

Seit 2012 ist Air Malta in dieser schicken Lackierung unterwegs. Leider hatte ich bislang noch nicht persönlich das Vergnügen mit diesem Farbkleid und so war der Flug aus Luqa tatsächlich einer der Gründe, der mich motivierte, (für sonntägliche Verhältnisse) vergleichsweise früh den RE5 Richtung Wesel zu besteigen. Sehen Sie hier, den Airbus A320 9H-AEP!

Air Malta - A320 - 9H-AEP (1)

Ich mag sie, die grünen Kleeblätter (EI-DVE). Da es erstaunlich voll war auf der Aussichtsterrasse und die guten Spots schon großzügig belegt waren, wuselte ich hin und her, um möglichst wenig 90-Grad-Fotos zu produzieren. Passenderweise gab es 23-Betrieb, sodass sich ein paar schöne Aufnahmen der abfliegenden Maschinen ergaben.

Aer Lingus - A320 - EI-DVE (2)

OE-LWC

Austrian Airlines - E195 - OE-LWC (1)

Die LZ-BHG machte im Abflug ebenfalls eine gute Figur. Endlich konnte ich auch diesen Ferienflieger in meine Sammlung aufnehmen.

BH Airliners - A320 - LZ-BHG (2)

Pegasus schickte mit der TC-NBA einen A320neo an den Rhein-Ruhr-Flughafen. Im Gegensatz zur Boeing 737MAX, kann ich die großen Triebwerke beim europäischen Konkurrenzmodell ganz gut leiden. So ein IAE V2500-A5, wie es die A320 der BH Air trägt, wirkt dann im Vergleich fast altbacken.

Pegasus Airlines - A320 - TC-NBA (1)

Langsam wurde es unruhig auf der Terrasse. Während ich der Delta B767 nach Atlanta nachstellte (und es vergeigte) brachte sich der Rest der Spotterschaft in Position für die Verabschiedung des letzten Air-Berlin-Langstreckenflugs ab Deutschland. In der Eile musste ich mit meinen 70mm Brennweite am unteren Ende das Beste aus der Situation machen, denn einen Objektivwechsel hätte ich nicht mehr geschafft.

Die D-ABXB ist  als letzter von drei A330-200 in Düsseldorf gestartet. Der Flug mit der Flugnummer AB7008 führte nach Fort Myers. Drei Follow-Me-Fahrzeuge fuhren dem Airbus voraus und leiteten ihn zur Startbahn. Zudem wurden Crew und Passagiere von der Flughafenfeuerwehr mit einer standesgemäßen Fontäne verabschiedet. Auf der Terrasse waren auch einige Air-Berlin-Angehörige, die dem Abschied wehmütig beiwohnten.

Air Berlin - A332 - D-ABXB (1)

Air Berlin - A332 - D-ABXB (4)

D-ABXA

Air Berlin - A332 - D-ABXA (1)

Nicht nur die Fontäne war fotogen, auch die große zurückbleibende Wasserpfütze eignete sich bestens für einige leichte Reflexionen. Davon profitierte auch die D-ABLB der Germania, die ihren Einsatz einst 2008 - die Registrierung lässt es bereits vermuten - bei Air Berlin begann.

Germania - B737 - D-ABLB (2)

Die SX-DVV von Aegean Airlines wirbt derweil für das Akropolis Museum in Athen - allerdings nur auf einer Seite. Ein Glück, dass man von der Düsseldorfer Terrasse einigermaßen flexibel fotografieren kann.

Aegean Airlines - A320 - SX-DVV (1)

Einer meiner Lieblingsgäste in DUS. Immer wieder. Die elegante Form der Boeing 787-9 (A6-BLQ) mitsamt der sehenswerten Etihad-Lackierung ist allein schon einen Besuch am Niederrhein wert.

Etihad - B789 - A6-BLQ (2)

Kann man mal machen: Embraer Phenom 300/D-CHLR.

Aero Dienst - E55P - D-CHLR (1)

Sehen Sie nun den Mops aus dem Hause Airbus. Der Konstrukteur dieser platten Nase gehört doch hinter schwedische Gardinen! Aus dieser Perspektive ist die A350-900 9V-SML der Singapore Airlines ja noch zu ertragen

Singapore Airlines - A359 - 9V-SML (2)

Dann fotografiere ich doch lieber eine ausgewogene Embraer-E190-Nase. Portugalia (CS-TTY) trägt nun seit einiger Zeit die Farben von TAP Express. Ich muss nicht erwähnen, dass ich nach einer spottingarmen Saison an jenem Tag den Erstkontakt verzeichnete, oder?

TAP Express - E190 - CS-TTY (1)

Die D-ATUI war dagegen schon eine alte Bekannte. Da konnte man schon mal einen Schuss quer über den Acker riskieren.

TUIfly - B738 - D-ATUI (2)

Vergangenheit und Zukunft in einem Bild. Und ja, die Boeing 757 ist für Condor derzeit noch die Zukunft; diese Teilflotte wird noch mit Maschinen aus Beständen der britischen Thomas Cook erweitert, während CFG den ein oder anderen Airbus A321 auf die Insel schickt. Stellvertretend für dieses Impulsreferat stehen nun die D-ABOK und die D-AIAC.

Condor - B753 - D-ABOK (3)

Und weil man nie genug Boeing 757 sehen kann, habe ich noch ein Nasenbild von der D-ABOM.

Condor - B753 - D-ABOM (3)

It's a kind of magic - D-ATUG von UI.COM. Man muss die Lackierung nicht mögen, aber ein klein wenig erinnert sie eben doch an die alten "Yellowcab-Zeiten".

TUIfly - B738 - D-ATUG (2)

Es gibt ja viele eifrige Spotter da draußen, während ich das Ganze recht sporadisch betreibe. Einerseits gehen mir damit so manche Exoten durch die Lappen. Andererseits kann mich schon sogenannter Standardtraffic, wie die A6-EYL, unterhalten. Die alte Etihad-Lackierung war mir nämlich auch immer ganz sympathisch.

Etihad - A332 - A6-EYL (2)

Ein wichtiges Anliegen hatte ich nach diesem Düsseldorfer Potpourri dennoch, ehe ich mich auf den Heimweg nach Bonn am Rhein machen wollte: Azur Air Germany. Der deutsche Ableger der russischen Azur Air geisterte schon eine Weile mit seiner Boeing 767-300ER durch die Gegend, jedoch hatte ich es zunächst versäumt und während des flimmer- und regenreichen Sommers vermieden, die D-AZUC ins Album einzusortieren. Dabei handelt es sich bei dem Modell sogar um den geschätzten Viertürer (Anm. d. Red.: natürlich pro Seite). Jener Sonntagmittag schien mir dagegen gerade recht für dieses Unterfangen.

Azur Air Germany - B763 - D-AZUC (1)

Ohne es zu wissen, endete mit diesem Ausflug meine Spottersaison. Ein würdiger Schlusspunkt, auch wenn ich kein Fan davon bin, in DUS in Zweierreihen zu fotografieren. Zum Glück gibt es dennoch hin und wieder Spotter, die mitdenken und einem nicht unnötig die Sicht nehmen. Aber ich will mich nicht beschweren, die meisten Motive haben funktioniert und man muss auch jönne könne - sagen wir hier am Mittelrhein.

In diesem Sinne: Hummel, Hummel - Mors, Mors!

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