Bonner Republik: Bundesrechnungshof

Zugegeben, von meiner norddeutschen Heimat aus gesehen, wirkt das Rheinland etwas angestaubt. Die urigen Kneipen aus denen deutsche Musik schallt, die verputzten Häuser, die alten Busse im Nahverkehr...all das sprang mir zu Beginn ganz deutlich entgegen. Mit der Zeit traten diese Merkmale in den Hintergrund und erst ein Besuch im Norden ließ mich wieder kritisch aufhorchen. Und es sind nicht nur der Noppenfußboden in den Stadtbahnhaltestellen oder so manches Schaufenster, die Anlass zur Vermutung geben, dass mit dem Umzug der Bundesregierung die Zeit in Bonn stehen geblieben ist.

Für mich ist das nun Anlass einer kleinen Fotoreihe mit dem Titel "Bonner Republik - Orte, an denen die Zeit stehen geblieben ist". Schon vor über einem Jahr hatte ich es mir zur Aufgabe gemacht, diese "angestaubten" Orte aufzuspüren. Doch erst vereinnahmte mich meine Masterarbeit, dann folgte der Umzug nach Hannover, sodass mein Unterfangen vorerst auf Eis liegen bleiben muss.

Ganz untätig bin ich dennoch nicht gewesen. Den Start macht einer der antiquiertesten Orte Bonns: die Kantine vom Bundesrechnungshofs. Dort gibt es jede Woche den Schnitzel-Donnerstag, kurz SchniDo. Grund genug für uns, die Mittagspause ab und zu nicht im gewohnten Gourmettempel vom Studentenwerk zu verbringen. Es war ein schöner Oktobertag, an dem wir sogar noch draußen auf der Terrasse essen konnten, als diese Fotos entstanden sind. Eigentlich wollten ich nur ein, zwei schnelle Fotos vom Essenssaal machen...

Kantine Bundesrechnungshof

Kantine Bundesrechnungshof

Kantine Bundesrechnungshof

Kantine Bundesrechnungshof

Kantine Bundesrechnungshof

Der morbide Charme lädt auch über das Essen hinaus zum Verweilen ein. Blassblaue Bezüge auf den Stühlen und Bänken, angeordnet um stilvolle Tische aus Brandts Zeiten, sorgen für ein ganz besonderes Ambiente. Da fühlen sich auch die Forscherinnen und Forscher aus der ECK Denkfabrik wohl. Aber mal im Ernst: Die Kantine ist allein wegen ihrer Ausstattung einen Besuch wert und so kamen wir rasch in Fahrt und arrangierten das ein oder andere Foto. Um sicherzustellen, dass alle wirklichkeitsgetreu dargestellt werden - nämlich als belesene Forscher - kam uns die Tageszeitung ganz recht. Sonst meint am Ende noch jemand, wir hatten da zwei Hipster in die Zeitmaschine gesteckt...


Kommentare