Einmal Korfu und zurück!

Jahr für Jahr reisen Millionen Deutsche in den Süden, um ein paar sonnige, warme Tage an den Stränden Griechenlands, Spaniens, Portugals oder der Türkei zu verbringen. Diesen Sommer konnte Deutschland vom Wetter her, mit viel Sonnenschein und einer nicht endenden Hitzewelle, mit den Urlaubsdestinationen im Mittelmeerraum locker mithalten. Und dennoch: Die Ferienflieger starteten Tag für Tag und brachten, in dicht getakteten Flugplänen, von morgens früh bis in die Nacht hinein, die Passagiere in den Sommerurlaub.

Anfang August hatte ich das Vergnügen, eine Crew und ein Filmteam auf einem Umlauf nach Griechenland zu begleiten. Die Boeing 737-800 hatte an jenem Tag schon zwei Umläufe nach Palma de Mallorca bestritten und sollte zum Abschluss des Tages noch einmal Stuttgart-Korfu und zurück fliegen. Pünktlich und wenige Minuten nach Sonnenuntergang drehten wir in den Endanflug für die Piste 35.

Approach into CFU during sunset

Approach into CFU during sunset

Der Anflug auf den Flughafen Korfu ist aufgrund der zahlreichen Erhebungen der Insel sehr schön anzusehen. Die Landung auf der holprigen Landebahn ist hingegen kein sonderliches Vergnügen; in Verbindung mit einer hohen Bremsleistung - gut 2400m Buckelpiste stehen zur Verfügung - hing man schnell in den Gurten. Rasch hatten wir unsere Parkposition erreicht, doch für die Crew bedeutete das keine Entspannung, obgleich wir einige Minuten vor unserer geplanten Ankunftszeit gelandet waren. Aufgrund der stark begrenzten Kapazitäten auf dem Vorfeld und im Anflugsektor hatte die Flugsicherung uns einen Slot für den Abflug verpasst, sodass wir uns gegen 21:15 Uhr wieder aus dem Staub machen mussten. Mir war das ganz recht, denn das Wetter auf Korfu glich dem Klima einer Waschküche. Trotz der Abendstunde war es noch 33 Grad warm und zugleich unfassbar schwül. Dementsprechend verirrte ich mich nur kurz auf die Treppe, um dann schnell in die klimatisierte Kabine zurückzukehren.

Nach dem De-Boarding hatte ein kurzes Cleaning stattgefunden. Kaum war die Kabine für den Rückflug hergerichtet, erreichten die Fluggäste mit Bussen unsere Parkposition. Keine 50 Minuten nach unserer Landung standen wir schließlich wieder auf der Startbahn. Es war nahezu windstill und so erhielten wir die Startfreigabe für die Piste 17. Für die Polizei bedeutete dies, dass sie die Hauptstraße vor der Startbahn absperren musste, damit niemand vom heißen Abgasstrahl der zwei CFM-56-Triebwerke erfasst wird.

Ready for departure @ CFU

Während wir Stuttgart am frühen Abend bei Nieselregen verlassen hatten, erwartete uns bei der Rückkehr nach Deutschland beste Sicht auf die beleuchteteten Regionen. Am Horizont waren vereinzelt die flackernden Blitze von Hitzegewittern zu erkennen, am Boden zeichneten sich die hellen Lichter von Augsburg und Ulm ab. Schließlich wies mich der First Officer auf ein helles Blinken in der Ferne hin - der Flughafen Stuttgart kam langsam wieder in Sichtweite. Auch hier war der Wind relativ schwach, sodass die Lotsen der Flugsicherung fröhlich die Betriebsrichtung wechselten. Bei leichtem Rückenwind landeten wir letztlich auf der Piste 07. Im Gegensatz zum Flughafen Korfu erschien Stuttgart fast wie ein Lichtermeer - das musste ich natürlich auf der Kamera festhalten.

Approaching Stuttgart

Approaching Stuttgart

Approaching Stuttgart

Rechtzeitig vor dem Einsetzen des Nachtflugverbotes erreichten wir somit wieder Stuttgart. Während für Crew, Filmteam und Fluggäste der verdiente Feierabend bzw. Nachtruhe nahte, erfuhr unsere Boeing 737-800 ihre nächtliche Frischzellenkur. Techniker tauschten ein Cockpitmodul aus, die Kabine wurde gründlich gereinigt und die Tanks mit Frisch- und Abwasser geleert - um am nächsten Morgen wieder planmäßig an den Start rollen zu können.

Kommentare